BetriebbestreiktJa, sie dürfen. Und sie sollten sogar! Denn es geht nicht nur um Gehaltsverbesserungen der heute im Sozial- und Erziehungsdienst Angestellten, sondern um die Attraktivität eines ganzen Berufszweiges. Viele sagen: Erzieher_in zu sein, ist toll, aber leider kann man  davon oft nicht leben. Vor allem in Großstädten und attraktiven Wohngegenden wird es immer schwieriger für Erzieher_innen, wie ihr hier oder hier nachlesen oder hier angucken könnt.

Erzieher_innen leisten immer mehr: Kitas haben sich gewandelt. Unsere Tageseinrichtungen sind keine Betreuungs- und Aufbewahrungsorte mehr, sondern Bildungseinrichtungen geworden. Die Erzieher_innen müssen sich ständig weiterbilden, um ihren Job ausüben zu können. In den letzten Jahren wurde die sprachliche Entwicklung immer wichtiger, die Öffnungszeiten länger, die Einrichtungen voller und Aufgaben wie Inklusion kamen dazu. Es wird Zeit, das es dafür auch mehr Gehalt gibt. Deswegen sind ver.di und GEW mit den kommunalen Arbeitgeber_innen in Verhandlung getreten, um einen statusverbessernden Einkommensschritt für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst zu erzielen. Nach 5 Verhandlungsrunden sind diese allerdings gescheitert. Die Gewerkschaften haben eine Urabstimmung eingeleitet.

GEW und ver.di befragen aktuell ihre Mitglieder, ob es im Sozial- und Erziehungsdienst (z.B. in den Kitas) zu einem unbefristeten Streik kommen soll. Diese Urabstimmung muss bis 5. Mai abgeschlossen sein. Wenn mind. 75 Prozent sich dafür aussprechen, kommt es zum Streik.

Das ist ein schweres Mittel und sollte auch immer das letzte in einem Arbeitskampf sein, aber das Recht zu streiken garantiert das Grundgesetz. Das Streikrecht ist im Artikel 9 des Grundgesetzes verbrieft und geschützt. Die im Art. 9 formulierte „Koalitionsfreiheit“ bedeutet, das Arbeitnehmer_innen sich zusammenschließen können und ihre Interessen gemeinsam durchsetzen können. Dafür steht ihnen das Mittel des Arbeitskampfes zur Verfügung. Ein Streik ist nur rechtmäßig, wenn er von einer Gewerkschaft getragen wird, andernfalls wäre es ein „wilder Streik“. Den Streik in den Kitas tragen ver.di und GEW gemeinsam. Wenn du mehr darüber wissen willst, dann findest du alle rechtlichen Infos dazu hier bei der GEW. Wichtig sind für uns Eltern vor allem die Antwort auf die Frage „Wer entscheidet, ob Einrichtungen geschlossen werden und wie funktioniert ein Notdienst in Kitas?

Aber darüber hinaus haben Eltern viele Fragen. Auf dieser Fragen/Antworten-Seite der GEW findet ihr Antworten auf folgende Fragen (externe Links):

 

 

Kitastreik! Dürfen die das?
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2 Gedanken zu „Kitastreik! Dürfen die das?

  • 20. Mai 2015 um 20:05
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    Sehr geehrte Damen und Herren,
    Ich würde mich über eine ausgewogenere Darstellung auf Ihrer Website freuen. Sie sollten als Elternvertreter auch an die Situation der Familien denken. Der Streik geht ins Leere, für die klammen Kommunen kommt der Streik zur rechten Zeit. Den Schaden haben die Kinder und Familien. Dies sollten Sie auch darstellen. Ob es nach 2 Tagen Warnstreik angemessen ist, in einen unbefristeten Treik zu gehen, wäre auch zu hinterfragen. Kinder sollten nicht in einem Streik als Druckmittel benutzt werden. Dies beim Streiken zu berücksichtigen könnte man von verantwortungsbewussten Erzieherinnen auch erwarten

    Antworten
    • 3. Juni 2015 um 8:03
      Permalink

      Hallo Herr Hawiger,

      ich würde mich über eine Kontaktaufnahme freuen, ich bin vom Elternrat der Kita Lummerland (Bonn Zoppoter Str) und wir würden Sie gerne am Freitag bei Ihrer Aktion unterstützen.

      Viele Grüße
      Jens Voiges
      lummerland.elternrat(at)gmail.com

      Antworten

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