PressemitteilungDie Tarifverhandlungen im Kita-Bereich sind noch ohne Ergebnis, aber die Tarifparteien einigten sich auf eine Schlichtung. Immerhin! Für die Eltern bedeutet dieser Schritt vor allem eines: Aufatmen! Wegen der Friedenspflicht während der Schlichtung werden die Streiks ab Sonntag ausgesetzt. Wir Eltern erwarten, dass diese Schlichtung ernsthaft und konstruktiv verläuft und am Ende ein zufriedenstellendes Ergebnis steht. Wir Eltern erwarten aber auch, dass es nicht zu erneuten Streiks kommt und fordern daher beide Seiten auf, mit einem festen Willen zur Einigung in diese Gespräche zu gehen.

 

Wir Eltern haben in den vergangenen Streik-Wochen verstanden, dass diese Auseinandersetzung nicht allein am Tariftisch zu gewinnen ist. Über die Aufwertung des Erzieher_innenberufs und eine Höherbewertung sozialer Arbeit kann nicht ohne Verbesserung der finanziellen Ausstattung unserer frühkindlichen Bildungseinrichtungen entschieden werden. Darüber müssen wir als Gesellschaft insgesamt verhandeln. Wir fordern die Politik auf, sich an ihren Verhandlungstisch zu setzen. Denn nur wenn Bund, Länder und Kommunen sich auf Qualitätsstandards für Kitas verständigen und darüber einigen, wie Kitas finanziert werden, profitieren unsere Kleinsten wirklich von einem Kita-Besuch. „Unsere frühkindlichen Bildungseinrichtungen sind nur so gut, wie die finanzielle Ausstattung, die dahinter liegt“, so die BEVKi-Sprecher_innen.

 

Wir Eltern wünschen uns endlich die Ausstattung, die unsere Kleinsten brauchen. Dazu sind nötig:

  • Ein verbessertes Fachkraft-Kind-Verhältnis, damit mehr Zeit am Kind entsteht.
  • Ausreichend Fachkräfte in unseren Einrichtungen, die gut ausgebildet und entsprechend entlohnt sind.
  • Mehr Zeit für eine gute Ausgestaltung der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Fachkräften.
  • Ein gutes Raum-Konzept und genügend Platz für die Kinder.
  • Und: Ein Ende der Kita-Gebühren.

 

Die Abschaffung der Gebühren ist uns Eltern besonders wichtig. Wir Eltern fordern die Höherbewertung des Erzieher_innenberufs. Aber wir Eltern werden nicht akzeptieren, dass Kommunen sich dies durch erhöhte Gebühren von uns Eltern bezahlen lassen. Auch deswegen fordern wir Bund, die Länder und Kommunen auf, die Kitafinanzierung verbindlich zu klären. Die Gebühren gehören abgeschafft! Wir fordern kostenlose Bildung: von der Kita bis zur Uni.

 

Denn – wie Bundesfamilienministerin Schwesig richtig feststellt, ist die Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur das einzige familienpolitische Instrument, das messbar zu mehr Geburten führe. Deshalb müssten Kita-Plätze und Ganztagsschulen dringend ausgebaut werden. Und wir BEVKi-Sprecher_innen müssen ergänzen: „Aber nur dann, wenn Eltern sich diese auch leisten können.“ Diese Elternzusatzsteuer muss weg.

Kita-Streik: Die Verhandlungen müssen an einem zweiten Tisch entschieden werden.
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Ein Kommentar zu „Kita-Streik: Die Verhandlungen müssen an einem zweiten Tisch entschieden werden.

  • 7. Juni 2015 um 14:22
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    Endlich wird das Thema beitragsfreie Kindertagesbetreuung angesprochen! Denn was nützt eine qualitativ sehr gute Betreuung, was nützt der Ausbau von Kitaplätzen, wenn diese aus finanziellen Gründen nicht in Anspruch genommen werden können? Was nützt uns ein guter Betreuungsschlüssel, wenn die Kinder fehlen? Warum wird überhaupt eine Einkommensumverteilung in Form von Elternbeiträgen vorgenommen? Dazu dienen doch eigentlich die Steuergesetze! Müllentsorgungsgebühren (ich weiß, schlechtes Beispiel), Straßenanliegerbeiträge richten sich doch auch nicht nach dem Einkommen! In Zeiten des demografischen Wandel ist diese Sondersteuer völlig überholt.

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