Referent_innen: Gjalt Jellesma und Carolien Halfhuid, Übersetzer: Serv Vinders

Kinderbetreuung in den Niederlanden

Die Kita wird im Alter von 0-4 Jahre und der Hort von 5-12 Jahre besucht. Der Kitabesuch kann ab 10 Monate beginnen. Es handelt sich um eine Teilzeitbetreuung (meist zwei Tage pro Woche), da die Eltern auch meist in Teilzeit arbeiten. Es arbeiten meist die Frauen in Teilzeit. Die Männer arbeiten meist im 4×9 Stunden-Modell. Der Arbeitgeber trägt 1/3 der Kita-Kosten. Ein Platzanspruch gilt aktuell nur, wenn beiden Elternberufstätig sind. Zukünftig sollen aber alle Kinder einen Platz bekommen.
Die Kitas sind privat organisiert (50% Non-Profit- / 50% Profit-Organisation). Der Personalschlüssel für Babys liegt im ganzen Land bei 1:3. Der Personalschlüssel muss in der Praxis umgesetzt werden. Personalausfälle müssen sofort ersetzt werden. Die Erzieher_innen arbeiten auch in Teilzeit (positive Erfahrung, da Personal so „frischer“ ist).

Kita-Kosten in den Niederlanden

Die Grundlage für die Kita-Kosten ist das Einkommen der Eltern (steuerbasiert). Das Einkommen für das Folgejahr muss geschätzt werden. So müssen Beiträge ggf. nachgezahlt werden bzw. werden Beiträge erstattet. Die Kosten für einen Kita-Platz liegt bei ca. 18.000€/Jahr für die Fünf-Tage-Woche. Die Zahlung der Beiträge geht direkt an die Kita.

Finanzierung BOINK

BOINK erhält 19,50€ pro Gruppe pro Jahr direkt durch Kita-Träger. Mit weitere 600.000€ pro Jahr beteiligt sich der Staat. Die Mittel werden für drei Jahre bewilligt.

Aufgaben / Angebote / Beteiligungen von BOINK

BOINK arbeitet mit fünf Vollzeitstellen, die wegen der in den Niederlanden üblichen Teilzeit-Arbeit auf acht Mitarbeiter_innen verteilt ist. BOINK ist vier Tage pro Woche für alle erreichbar. Es werden Newslettern und Magazinen veröffentlicht, eine Plattform für Elternvertreter_innen betreut, wissenschaftlicherArbeit unterstützt, Einfluss auf Politik und Öffentlichkeit genommen und es Beratung auf und für allen Ebenen. Die Arbeit ist politisch neutral.

Qualitätskontrolle

Jede Kita wird jährlich kontrolliert. Bei Hinweisen/Beschwerden wird öfter/anlassbezogen kontrolliert. Es werden ggf. Geldstrafen erhoben, die an die Gemeinde gehen.

Rechte der Elternvertretungen

Jede Kita muss eine Elternvertretung haben. Die Elternvertretung ist an Entscheidungen zu beteiligen und kann durch Träger Geplantes ablehnen. Der Träger muss dann Alternative anbieten. Ggf. erfolgt eine Mediation oder Entscheidung auf anderer Ebene (nationale Beschwerdeinstanz), wenn man sich nicht einig wird.

Nationale Beschwerdeinstanz

Die nationale Beschwerdeinstanz bietet die Möglichkeit zur Beratung, kann zur Schlichtung angefordert werden, führt eine Mediation zwischen streitführenden Parteien und trifft in letzter Instanz eine verbindliche Entscheidung durch eine Art Schiedskommission.

 gesamter Vortrag als PDF zum Herunterladen

BEVKi-Fachtag vom 11.11.2017: Bericht zum Vortrag „Die niederländische Elternvertretung BOINK“

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