Kind ruft in MegafonBedauerlicherweise konnten Arbeitnehmervertreter_innen und kommunale Arbeitgeber_innen keine Einigung am Verhandlungstisch erzielen. Die Gewerkschaften haben die Verhandlungen für gescheitert erklärt und ihre Mitglieder zur Urabstimmung über einen unbefristeten Streik aufgerufen.

Das Ergebnis der Urabstimmung liegt nun vor. Die Mitglieder haben dem Streik zugestimmt. Der Streik beginnt voraussichtlich am 8. Mai 2015. Es ist durchaus möglich, das Einrichtungen über viele Tage – auch über 14 Tage – geschlossen bleiben.

Für uns Eltern wird dies anstrengend werden, da uns die Betreuung unserer Kleinen wegbricht. Aber dieser Streik richtet sich nicht gegen uns Eltern, sondern gegen die kommunalen Arbeitgeber_innen. Diese waren es, die am Verhandlungstisch über 5 Verhandlungsrunden nicht sehen wollen, was wir Eltern seit Jahren beobachten und wissen: Kinderbetreuung ist kein Spielenachmittag.

Fachkräfte in unseren Einrichtungen leisten jeden Tag Großartiges. Kitas sind in den vergangenen Jahren immer besser geworden. Sie arbeiten auf Basis anspruchsvoller Bildungspläne und setzen immer mehr der darin formulierten Anforderungen um. Erzieher_innen betreuen längst nicht mehr nur Kinder und passen auf sie auf. Unsere Kitas sind Bildungseinrichtungen geworden, in denen Eltern und Fachkräfte eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft miteinander eingehen, in denen Sprachtest durchgeführt werden und in denen alle Bildungsbereiche auf dem neuesten Stand der Erkenntnisse gelebt werden: zum Wohle unserer Kleinsten.

Wir Eltern wissen das. Deswegen unterstützen wir die Fachkräfte und ihre Gewerkschaften bei der Durchsetzung der Gehaltsverbesserung. Wir sind in diesem Streik solidarisch mit den Fachkräften.

Es geht aber nicht nur um die Lohnverbesserungen der heute Angestellten, es geht um die Attraktivität eines ganzen Berufszweiges. Wenn wir den Beruf der Erzieher_innen nicht aufwerten, haben wir nicht nur einen Fachkräftemangel, sondern bald ein riesiges Fachkräfteproblem.

Deswegen ist die Solidarität von uns Eltern notwendig. Keine Frage: Viele Familien werden Schwierigkeiten haben, ihren Alltag ohne Kita zu organisieren. Wir richten unseren Ärger gegen die Verursacher des Streiks: gegen die Arbeitgeberseite. Die Gewerkschaften wären gern in den Verhandlungsrunden erfolgreich gewesen und hätten auf diesen Streik verzichtet. Aber durch die Verweigerung der kommunalen Arbeitgerber_innen sind sie jetzt gezwungen mehr Druck zu erzeugen.

 

Wie können wir Eltern den Streik unterstützen?

 

Außerordentliche Elternversammlungen

Wir empfehlen die Einberufung einer außerordentlichen Elternversammlung in den Kitas, um darüber zu reden, wie es organisiert werden könnte. Denken Sie dabei vor allem an die Familien, die am meisten Unterstützung benötigen: Alleinerziehende, Familien, die vorübergehend starke Unterstützung im Alltag brauchen, Berufsrückehrer_innen, Berufsanfänger_innen. Eltern können kleine Gruppen bilden und sich in der Betreuung mit anderen Eltern abwechseln. Um ein Bild über die Gesamtsituation in ihrer Kita zu gewinnen, sollte der Bedarf nach Betreuung auf der Elternversammlung erfragt werden.

 

„Eltern helfen Eltern“ – Betreuungsalternativen untereinander organisieren.

„Eltern helfen Eltern“ will erreichen, dass berufstätige Eltern oder Familien, die aufgrund unaufschiebbarer Gegebenheiten (z.B. Krankenhausaufenthalt, Abgabe der Diplomarbeit) eine Kinderbetreuung während des Streiks brauchen von Eltern unterstützt werden, die Zeit haben oder diese organisieren können.

Bei der Ermittlung des Betreuungsbedarfes vor Ort und der Eltern, die helfen können, unterstützt euch der Planungsbogen:

Musterplanungbogen Eltern helfen Eltern: OfficeWordpdf-logo

 

Informationsaushang in der Kita

Informiert die Eltern in euren Einrichtungen über diesen Streik. Wir stellen euch einen Elternaushang zur Verfügung, den ihr herunterladen könnt. Tragt vor dem Aushängen einen Ansprechpartner von vor Ort ein. Das kann ein_e Hauptelternvertreter_in sein oder ihr verweist (nach Rücksprache) auf eure_n Landesvorsitzende_n.

Informationsaushang: OfficeWordpdf-logo

 

Pressemitteilung formulieren

Formuliert eine Pressemitteilung in der ihr eure Solidarität mit den Fachkräften erläutert und die kommunalen Arbeitgeber_innen auffordert ein ernsthaftes Angebot vorzulegen und schickt diese an eure örtlichen Medienvertreter_innen.

 

Protestbrief schreiben

Es hilft auch einen Brief an die örtlichen Verantwortlichen (z.B. Oberbürgermeister_innen, Bürgermeister_innen, Landräte oder die örtlichen Fraktionen in den Parlamenten) zu schreiben. In den vergangenen Wochen ist gerade von kommunaler Arbeitgeberseite mitunter ein Blick auf den Beruf der Erzieherinnen deutlich geworden oder uns zumindest zu Ohren gekommen, dass es durchaus hilft, wenn die örtlichen Verantwortungsträger von uns Eltern erläutert bekommen, was Fachkräfte täglich leisten. Und das bei weniger Gehalt als Paketzusteller_innen bekommen!

Oder versenden Sie eine eCard direkt an die Verantwortungsträger_innen, z.B. die eCards von ver.di

 

Aktionstag am 11. Mai

Am 11. Mai ist Tag der Kinderbetreuung. Dieser Tag wurde vor einigen Jahren ins Leben gerufen, um auf die vielen fleißigen Hände in der Kinderbetreuung hinzuweisen. Ein Tag, den man zum Anlass nehmen kann „Danke“ zu sagen. In den vergangenen Jahren sind dazu vielseitige Aktivitäten von Eltern in den Kitas durchgeführt wurden. In diesem Jahr fällt dieser Ehrentag mitten in die Auseinandersetzungen um Gehaltsverbesserungen für die Fachkräfte. Deswegen regen wir an, am 11. Mai eine Soli-Dankeskundgebung vor dem Rathaus/der Kreisverwaltung abzuhalten. So könnt ihr „Danke“ zu den Erzieher_innen sagen und zeigen auf welcher Seite Eltern in diesem Streik stehen.

 

Fröhliches Kinderspielen im Rathaus

Die kommunalen Arbeitgeber_innen sollten mit einem ernsthaften Angebot zurück an den Verhandlungstisch. Ein Angebot, das die Arbeit der Erzieher_innen anerkennt. Daran wollen wir die kommunalen Verantwortlichen erinnern, dazu folgende Aktionsidee: Eure Kita ist geschlossen, eure Kinder nicht betreut. Nutzt die Zeit für einen gemeinsamen Ausflug ins Rathaus und lasst die Kinder auf den Fluren toben. Vielleicht nehmt ihr einen Fußball oder Gummitwist zum Flurspielen mit. Und: Sagt den örtlichen Medien kurz vor der Aktion Bescheid.

 

Fragen und Antworten rund um den Streik, finden Sie in diesem Beitrag.

Solidarität mit den Fachkräften /// Streik im Sozial- und Erziehungsdienst
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32 Gedanken zu „Solidarität mit den Fachkräften /// Streik im Sozial- und Erziehungsdienst

  • 6. Mai 2015 um 21:07
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    Ich bin doch recht enttäuscht von der Einseitigkeit dieser Elternvertretung auf Bundesebene. Eltern müssen Verständnis haben. Die Arbeitgeber sind Schuld.

    Leider vertreten hier die Arbeitgeber die Allgemeinheit. Höhere Ausgaben in den öffentlichen Haushalten treffen letztlich alle -auch die Erzieher. Als Alternative kann woanders gespart werden. Z.B. bei öffentlichen Bädern. Ach so, das trifft dann ja irgendwie doch wieder die Kinder. Hmm, dann lieber weniger Personal, das aber wenigstens gut bezahlt wird. Davon haben …äh…nur die jetzt angestellten Erzieher was… bzw. an Burnout und Co ändert mehr Geld und Ansehen ja auch nichts… wem hilft denn jetzt der Streik???

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    • 8. Mai 2015 um 22:22
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      Die öffentliche Hand ist arm, weil sich der Staat seit Jahrzehnten arm macht, um die Reichen und Vermögenden zu schonen. Es ist genug Geld da für öffentliche Dienstleistungen und angemessene Löhne für alle, aber nicht, wenn man den gesellschaftlichen Reichtum durch eine entsprechende Steuerpolitik immer mehr in Richtung Vermögender, Unternehmen, Erben und Großeinkommensbezieher verteilt. Und genau das wird seit Jahrzehnten gemacht, da sprechen alle verfügbaren Statistiken eine eindeutige Sprache. Im übrigen gibt der Staat genug Geld aus für irgendwelchen Quatsch (Drohnen, Rüstung, Atomenergie, Stuttgart 21…), der nichts dazu beiträgt die Lebensqualität zu erhöhen. Es tut gut, dass sich die Erzieherinnen von dieser ewigen Litanei nicht beeindrucken lassen. Es wird Zeit, dass der Reichtum bei denen ankommt, die ihn täglich erarbeiten – im Form von guten Entgelten und für alle zugänglichen öffentlichen Dienstleistungen.

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      • 11. Mai 2015 um 19:54
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        Es geht ja nicht um die Einkommensverteilung in Deutschland. Auch nicht darum, ob man es dieser oder jener Berufsgruppe gönnt. Mir geht es um eine Interessenvertretung für Eltern und die Frage, was haben wir davon? Eltern müssen doch bitteschön Verständnis haben und am besten noch für den Streiks auf die Straße gehen. Vielleicht hilft ein Gedankenspiel: Würde Verdi aus Solidarität mit den Eltern Gebührenfreiheit für Kitas erstreiken? Nö. Weil es um Interessen der Arbeitnehmer geht. Nicht verwerflich, sondern konsequent. Wir Eltern sind leider etwas treudoof im Streik. Sorry für die Wortwahl.

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        • 12. Mai 2015 um 12:18
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          Vieleicht hilft auch ein anderes Gedankenspiel: Was wäre, wenn die Eltern sich auf die Seite der Arbeitgeber schlagen würden? Wäre ihren Interessen dann geholfen?
          Bricht Verdi dann den Streik schnell ab? Wie würde sich das auf die Qualität der Betreuung auswirken? Bleiben die Gebühren dann so wie sie sind?
          Meine Einschätzungen: Nein – schlecht – unsicher.

          Eine Unterstützung der Forderungen der Erzieherinnen entspricht meiner Einschätzung nach am ehesten den Interessen der Eltern.
          Gebührenfreiheit für Kinderbetreuung ist eine politische Entscheidung. Wer das will, muss die entsprechenden Parteien wählen. Welche das sind lässt sich leicht rausfinden.

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          • 13. Mai 2015 um 22:11
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            Immer noch nicht verstanden. Es gibt nicht nur schwarz und weiß. Mir geht es um den dritten Weg. Eine Interessenvertretung für Eltern hat nicht nur die Wahl, sich auf eine Seite zu schlagen. Und die Argumentation, sich auf eine bestimmte Seite zu schlagen, nur damit es schneller vorbei ist, lässt mich kalt erschaudern. Ebenso wie ein Demokratieverständnis, in dem logischerweise Kitagebühren politisch sind, Einkommen aber nicht. Den Mindestlohn ebenso wie das Gesetzgebungsverfahren als Folge der Bahnstreiks verpasst? In einer Demokratie kann alles gestaltet werden. Auch das Grundgesetz. Aber nochmals: Darum geht es nicht. Es geht um die eigene Meinung der Eltern. Hier muss ich sagen, leuchtet es mir nicht ein, wenn die gleiche Leistung einfach deutlich mehr kostet. Hat mir immer noch keiner erklärt, was daran toll für die Eltern ist. Die Qualifikation ist ja lt. Argumentation bereits hoch. Bei uns sind die Plätze für angehende Erzieher derzeit übrigens deutlich niedriger als die Anzahl der Bewerber, so dass der Nachwuchs um die Zusagen bangen muss, wie mir eine Betroffene berichtet hat. Nachwuchssorgen klingen anders. Aber warum sollten Eltern gegen die Aufwertung sein? Nun, wenn der Faktor Arbeit teurer wird, prüft man in der Regel, wie man ihn reduzieren kann. Warum muss diese oder jene Arbeit durch einen hochqualifizierten und -bezahlten Erzieher verrichtet werden, wenn vielleicht auch ein engagierter Sozialassistent genügt? Oder ein Praktikant? Ich war schon sehr überrascht, wie schon heute Hilfskräfte in Schulen die Aufsicht von Klassen übernehmen. Warum nicht auch in Kitas. Falls es eine Regelung gibt, die es heute verhindert: Siehe oben. Man wird es ändern.

  • 6. Mai 2015 um 21:36
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    Eine berechtigte Frage: Woher kommt das Geld für mehr Gehalt für die Erzieher_innen. Es stimmt, das viele Kommunen klamm sind, aber nicht alle. Aber es ist doch so: Es wird uns immer das hohe Lied der schwarzen Null gesungen und wir haben Steuermehreinnahmen zu erwarten (Stichwort Rekordbeschäftigung). In dieser Woche soll es zum Beispiel eine Steuerschätzung durch das Bundesfinanzministerium geben, wonach – Gerüchten zufolge – etwa 40 Mrd. mehr zu erwarten sind. Die genauen Zahlen werden morgen bekannt gegeben durch den Bundesfinanzminister. Das bringt Geld in die kommunalen und Länder- und Bundeskasse. Niemand kann mir erläutern, warum es 40 Mrd. Mehreinnahmen geben wird und nicht für die Erzieher_innen 10 Prozent Lohnzuwachs drin sein sollen. Natürlich darf eine Lohnverbesserung für Erzieher_innen nicht dazu führen, das wir Eltern am Ende höhere Kitagebühren zahlen müssten oder gar die Schwimmbäder teurer würden.

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    • 7. Mai 2015 um 22:56
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      Das ist eine nette Hoffnung, aber in der Realität wird es selbstverständlich so sein, dass die Elternbeiträge steigen werden. ich finde die Position auch recht einseitig. Das klingt beinahe wie aus dem Kampagnenbaukasten von ver.di. Ich unterstütze den Streik gar nicht, denn er richtet sich gegen die Eltern und nicht gegen den VKA. Ich möchte mich als Vater und Elternbeirat auch nicht zum verlängerten Arm von ver.di machen. Ich unterstütze den Großteil der Forderungen der Erzieherinnen. Aber ich sitze zwischen zwei Stühlen. Genauso wie wir Eltern die Arbeitgeber zum Weiterverhandeln auffordern müssen, müssen wir die Arbeitnehmer in die Pflicht nehmen. Ob der Streik weitergeht oder nicht liegt faktisch in ihrer Hand, auch wenn das immer andersherum gesagt wird…

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  • 7. Mai 2015 um 21:16
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    Warum sollte die Elternvertretung in diesem Konflikt nicht „einseitig“ Position beziehen? Wo liegen denn meine Interessen als Elternteil?
    Ich trage die Folgen eines Kita-Streiks, daher will ich keinen oder zumindest einen möglichst kurzen Streik.
    Wenn die Erzieher_innen so streikbereit sind, wie es den Anschein hat, dann wird nur ein schnelles Einlenken der Arbeitgeber den Tarifkonflikt schnell beenden.
    Außerdem will ich eine gute Betreuung für meine Kinder.
    Die bekomm ich nur durch ausreichend vorhandenes und motiviertes Personal. Und das gibt es eben nur, wenn die Arbeit angemessen bezahlt wird. Ich hätte übrigens auch sehr gern mehr Männer in diesen Berufen. Nur solange Erzieher nicht mehr verdienen als Staplerfahrer wird das wohl nichts.
    Bin ich bereit dafür mehr zu bezahlen? Sicher bin ich froh, wenn die Kita-Gebühren nicht plötzlich um 10% steigen und das Freibad nicht 8,50€ kostet. Momentan sprudeln die Steuereinnahmen allerdings gewaltig und mir als Elternteil ist es ganz egoistisch betrachtet lieber, ich bekomme aus den öffentlichen Haushalten eine qualitätvolle Leistung, die mir nutzt, als dass man irgendwelche Steuern senkt, wovon den meisten dann effektiv 4,90€ im Monat übrig bleiben, Großverdiener natürlich entsprechend mehr.
    Ich finde man muss nicht sehr viel nachdenken um zu sehen, dass Solidarität mit den Erzieherinnen (und Erziehern) in diesem Tarifkonflikt am ehesten den Interessen der Eltern entspricht.

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    • 7. Mai 2015 um 22:58
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      Motivation und Leistungsbereitschaft hängen keineswegs (nur) vom Einkommen ab, sondern in einem sehr hohen Maße auch von der Führungsqualität und Zusammenarbeit in den Teams. Das zeigt die Aqua-Studie. Geld ist da nur ein nachrangiger Anreiz.

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  • 7. Mai 2015 um 21:19
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    Mit der letzten Aussage höre ich eine Rechtevertretung für Eltern, wie ich sie mir wünsche. Ich bin auf Ihre Initiative über die gestrige Berichterstattung in der Tagesschau gekommen. In Ihrem Gründungspapier steht viel Gutes, nur sehe ich es bei diesem Thema nicht über eine konsequente eigene Position „der Eltern“ verfolgt. Ich möchte für mein Kind schlicht die beste Versorgung, die möglich ist. Wer die Zustimmung der Eltern in diesem Konflikt für sich beanspruchen möchte, der muss ihnen auch etwas bieten. Das Argument „überfällig“ ist recht platt und nützt uns Eltern nichts. Dass eine Gehaltserhöhung nicht zur nachhaltigen Motivationssteigerung taugt, lesen wir auf jeder Karriereseite im Internet. Arbeitsbedingungen, Verantwortung, Anerkennung durch Chef und Kollegen stehen da ganz oben. Daher muss ich sagen, dass mir der Vorschlag der Arbeitgeber, höhere Qualifikation auch besser zu bezahlen mehr einleuchtet (Anerkennung). Hierbei wird ein Anreiz geschaffen, der auch Kindern und damit Eltern nützt. Das muss natürlich verbindlich sein und nicht vom Goodwill der jeweiligen Kommunen abhängen.

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  • 7. Mai 2015 um 22:43
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    Die Entgelttabelle unterscheidet ja bereits heute zwischen den verschiedenen Qualifikationen. Eine Kitaleitung verdient mehr als ein_e Erzieher_in und eine Erzieher_in mit Zusatzqualifikation durchaus auch. Es bleibt aber unattraktiv Erzieher_in zu werden. Nach den Regelungen des TVöD-SuE sind Erzieher_innen in Entgeltgruppe S 6 eingruppiert. Ihr Anfangsgehalt beträgt in der ersten Stufe 2.311,21 Euro.Nach insgesamt 17 Jahren erreichen sie die Endstufe 6 mit einem Gehalt in Höhe von 3.211,97 Euro.

    Der Durchschnittsverdienst in Deutschland beträgt 34.999 Euro. Das heißt eine Erzieherin kommt frühestens in Stufe 5 über den Durchschnittsverdienst. Meist ist eine 5jährige Ausbildung vorangegangen. Wer diese Zahlen sieht, den darf es nicht verwundern, das Erzieher_innen nicht immer in einer Kita anfangen nach ihrer Ausbildung, sondern in verwandten Bereichen der Familienhilfe etc tätig werden. Wir haben heute bereits einen Fachkräftemangel. Es gibt in vielen Kommunen mehr Stellenausschreibungen als Bewerbungen. Das ist es, was unseren Kindern heute schon fehlt: die Fachkraft. Aus vielen Kitas wissen wir, das wir länger erkrankte Personen oder ausgeschiedene Personen nur schwer und oft mit großen Zeitabständen wieder besetzen können. Dann sieht der Betreuungsschlüssen in den Einrichtungen meistens noch schlechter aus, also ohnehin oftmals. Deswegen ist die Aufwertung dieses Berufes so wichtig. Es geht um die Attraktivität eines ganzes Berufszweiges. Viele wollen Erzieher_in werden, aber wir müssen dafür sorgen, dass sie es sich wieder leisten können. Nur mit ausreichend und gut ausgebildetem Personal können unsere Kinder gut betreut und gebildet werden. Denn ich möchte auch die beste Versorung für meine Kinder.

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    • 7. Mai 2015 um 23:02
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      Naja, eine Aufwertung kann man auch anders erreichen als mit Geld: Leitungsfreistellungen, Vorbereitungszeiten als Teil der Arbeitszeit, Fortbildungen, Coaching, betriebliches Gesundheitsmanagement usw. Wo dies konsequent umgesetzt wird kostet es Geld, das sinnvoll eingesetzt ist. In vielen Kommunen wird das heute schon sehr gut umgesetzt. Ich finde, man sollte die einzelnen Forderungen beider Seiten schon differenzierter darstellen.

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      • 8. Mai 2015 um 10:01
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        Es ist keine Frage, das Aufwertung nicht nur durch höheres Entgelt zu erreichen ist. In vielen Bundesländern und auch durch die Gewerkschaften werden auch diese Themen auf den Tisch gepackt. Denn es ist in der Tat vor allem ein anstrengender Beruf, der auch körperlich belastend ist. Deswegen gibt es viele gute Ansätze für einen verbesserten Gesundheitsschutz. Von verbesserten Hilfsmitteln (Wickeltische grundsätzlich mit Treppe für die Kinder), normal hohen Stühlen für die Fachkräfte etc.
        Im Erziehungsdienst spielen die Bereiche Fortbildung und Coaching schon heute eine große Rolle. Da ist in den vergangenen Jahren schon einiges passiert. Ändert aber nichts daran, dass es manchmal auch wirklich um das Entgelt gehen muss.

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  • 8. Mai 2015 um 9:50
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    Es ist auch eine Form der Anerkennung von Erzieherinnen und Erziehern, wenn man ihnen zugesteht, dass sie als vollberechtigte Teilnehmer am Arbeitsmarkt ihre eigenen Interessen vertreten. Wenn sie das nicht tun, bleibt der Beruf weiter unattraktiv und es gibt nicht genügend geeigneten Nachwuchs.
    Wer in einem solchen Konflikt auf „einerseits“ – „andererseits“ beharrt, braucht sich nicht wundern wenn er zwischen den Stühlen sitzt und damit den Streik auch nicht kürzer macht.

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  • 8. Mai 2015 um 14:25
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    Wenn es hier um die Kinder ginge, dan würde man für andere Personalschlüssel oder bessere Konzepte streiken. Hier will ein Berufsstand jedoch einfach mal nur mehr Geld verdienen – ohne, dass sich die Leistung dahinter ändert.
    Meine Kinder werden nach dem Streik noch genauso gut/schlecht gefördert, betreut, bekocht wie vorher. Diese Streik macht keinen Sinn. Zumal der Streik fürs nächste Jahr ebenfalls schon kommuniziert wurde.

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    • 8. Mai 2015 um 15:22
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      Aber es ist doch so, dass sich erst die Leistung geändert hat und lange das Gehalt nicht. Kitas haben sich gewandelt, sie sind nicht mehr Orte der Aufbewahrung und Betreuung, sondern Bildungseinrichtungen. Ich in meiner Kita erhalte Entwicklungsgespräche, habe ein Sprachlerntagebuch, sehe im Kitaalltag die Bildungsbausteine des Bildungsprogrammes. Die Leistung ist schon da. Sicher können einige Kitas noch besser werden, aber ich sehe den Qualitätsentwicklungsprozess und sehe ein Team, das sich stets reflektiert und auch von außen reflektiert wird.
      Und dennoch ist auch richtig, das vielerorts die Betreuungsschlüssel noch nicht gut sind. Aber darum geht es in den Streiks nicht, sondern in vielen anderen Prozessen. Wir in Berlin haben diese Forderungen zum Beispiel formuliert. Denn Berlin ist Schlusslicht, wenn es um die Betreuung der Kleinsten geht. In keinem anderen Bundesland muss eine Fachkraft soviel Kinder betreuen und fördern, wie in Berlin (1:6,6)

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      • 10. Mai 2015 um 13:50
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        Das stimmt so aber nicht. In den vergangenen Jahren gab es durchaus deutliche prozentuale Gehaltssteigerungen für die Erzieher, sogar in Größenordnungen über 5%. Am 11. und 12. Mai war eine weitere Verhandlungsrunde vorgesehen, die haben die Gewerkschaften Plätzen lassen. Druck muss also nicht nur auf die Arbeitgeberseite ausgeübt werden, auch die Arbeitnehmer müssen spüren, dass Solidarität und Verständnis nicht grenzenlos sind. Beide Seiten müssen schnellstmöglich aufeinander zugehen. Drei Wochen Streik gehen an keiner Einrichtung spurlos vorbei. Mühsam aufgebautes Vertrauen und gute Beziehungen zwischen Eltern und Personal werden leiden. Der Preid den wir alle zahlen müssen ist zu hoch, um noch lange stur in den Ecken zu stehen. Und uns Eltern steht es gut an, beide Seiten und ihre Argumente differenziert zu bewerten. Ich selbst bin Dipl. Sozialpädagoge und Vater, ich lasse mich aber nicht einseitig von Ver.di vor den Karren spannen.

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  • 8. Mai 2015 um 21:24
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    Ehrlich gesagt… Sprachlerntagebuch, Bildungsbausteine? Nach mehr als 1,5 Jahren habe ich davon nicht viel gesehen. Gelegentlich kommt eine Logopädin. Das ist dann ja aber keine Mehrleistung der Erzieher. Teilweise kann man auch kostenpflichtig Musikangebote dazubuchen. Machen also auch andere und die Erzieher müssen sich dann um entsprechend weniger Kinder kümmern. Überhaupt sind ab 16:30 kaum noch Kinder da. Uns Eltern plagt halt ständig das schlechte Gewissen. Die Schlüssel Erzieher-Kind bewegen sich eben über den Tag. Wer prüft eigentlich das Angebot der Krippen? Gibt es einheitliche Standards, die ich einfordern kann? Kriterien, die die gestiegenen Anforderungen in der Fläche belegen? Schließlich soll die Vergütung ja auch flächig und pauschal angehoben werden.

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  • 8. Mai 2015 um 22:41
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    Ich finde wir als Eltern sollten aufhören mit zweierlei Maß zu messen. Wir möchten das beide Elternteile berufstätig sind, damit wir uns einen gewissen Lebensstandard halten können, gestehen den Erzieherinnen aber nicht zu, ähnlich Ansprüche zuhaben. Auch Erzieherinnen sind Mütter und haben Familie, sind teils allein erziehend. Zudem haben viele Abitur oder fachliche Kompetenz. Ich möchte unsere Kinder gut betreut wissen und Qualität hat seinen Preis. Es gibt durchaus andere Mittel das zu finanzieren, als Schwimmbad Eintrittsgelder zu erhöhen (Ich finde dieses Beispiel eh sehr plakativ). In Neuseeland wurde in den 80ern die komplette frühkindliche Bildung umstrukturiert, das hat gekostet, aber es war ein politischer Wille da, der jetzt Früchte trägt.

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  • 19. Mai 2015 um 21:32
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    Vielleicht sollten die Gewerkschaften einmal mehr über die Konsequenzen einer solch überzogenen Lohnerhöhung bzw. neuen Eingruppierung der Erzieher nachdenken. Bei den Städten und Kommunen handelt es sich nicht um Wirtschaftsunternehmen, welche je nach Gewinn Ausschüttungen (z. b. für Personal) vornehmen können. Es ist schlichtweg nicht möglich eine 10%ige Lohnerhöhung zu leisten. Sollten die Arbeitgeber einer neuen Eingruppierung dennoch notgedrungen zustimmen, werden verschlechterte Rahmenbedingungen im Beruf die Folge sein. Günstigere Arbeitskräfte (Sozialassistenten, FSJler, Praktikanten) werden einspringen, eine Privatisierung der Kitas könnte erfolgen – möglicherweise sogar durch Zeitarbeitsfirmen. Ein höherer Erzieherschlüssel für die Kita-Gruppen? Ganz sicher nicht. Ich frage mich: Wollen das die Erzieher? Macht ein höheres Gehalt unter diesen Umständen glücklich? Gibt es mehr Wertschätzung? Liebe Gewerkschaften, Erzieher, denkt bitte drüber nach…

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  • 22. Mai 2015 um 21:46
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    Ihre Seite liest sich so und der Beitrag von Herrn Quettin klingt auch so als hätten sie das von der verdi Propaganda kopiert. Solidarität hat Grenzen und die sind nach über zwei Wochen Streik mit der Perspektive auf noch zwei oder viel mehr Wochen definitiv erreicht. Wir haben demonstriert und versucht zu unterstützen, aber Fakt ist, dass auch ihre Petition oben nicht zu einem schnellen Ende des Streiks führt, wenn verdi nicht mal verhandelt. Und das ist das allerwichtigste ist, dass der Streik schnell endet. Was immer Herr Quettin behauptet, das Eltern in der Lage sind andere Betreueung zu organisieren sind, weil sie das eh schon dauernd machen müssen, da sind jetzt schon die Grenzen des machbaren mehr als erreicht. Inzwischen geht es an die Substanz und die Kinder leiden extrem. Erstens geht nicht jeder Arbeitgeber mit Ersatzlösungen mit und außerdem gibt es Leute (alleinerziehend, kinder unter 3) die sind doch großteils viel schlechter gestellt als die Erzieher und deren Existenz ist akut bedroht bei über 4 Wochen Streik. Auch die Kinder aus sozial schwächeren Familien, deren Eltern die Situation sowieso viel schlechter verstehen, werden jetzt einfach zurückgewiesen, weil die Eltern nicht in der Lage sind Notdienstplätze zu beantragen.
    Das Mittel unbefristeter Streik führt meiner Meinung nach zu nichts und belastet die Eltern völlig unnötig, egal wie berechtigt oder unberechtigt die Forderungen sein mögen. Ich finde sie verdienen ihren Namen als Bundeselternvertetung nicht, wenn sie sich so einseitig auf die Seite von verdi stellen. Die Kinder und Eltern stehen dazwischen und müssen jetzt nach so langem Streik auch verdi vor Augen führen dass es jetzt reicht. Da müssen auch mal Kompromisse her und zu einem Streit gehören immer zwei. Nur leider freut sich hier nicht der Dritte sondern in diesem Fall weinen unsere Kinder. Dadurch werden Verdis Forderungen doch völlig ad absordum geführt. Und Solidarität ist doch keine Einbahnstrasse.

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  • 22. Mai 2015 um 23:42
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    Die BEVKI Seite ist erschreckend einseitig und übernimmt die Gewerkschaftsaussagen 1:1. Leider ist dies absolut nicht die Sicht aller Eltern.
    Nach nun 2 Wochen Streik und weiteren angekündigten Wochen ist die Geduld vieler Eltern am Ende. Es stellt sich die Frage, weshalb die Streikenden denken, dass alle der Verdi-Argumentation ebenso bedingungslos folgen sollen, wie sie selbst es tun. Offenbar ist man der Meinung, die Kinder und Familien so lange unter Druck setzen zu können, bis wir die Rathäuser stürmen. Dass man damit aber Familien Einkommensverluste und ggf sogar Jobrisiken aufbürdet, ist nachrangig.
    Wir sollten uns aber nicht für einen Arbeitskampf, den man über unserer Kinder rücksichtslos führt, nicht instrumentalisieren lassen.. Wenn Herr Bssrrssk dann auch noch den Arbeitgebern vorwirft, dass die Arbeitgeber diesen Konflikt auf dem Rücken der Kinder austragen, dann versteht man, welche Art der Meinungsmache hier versucht wird. Immerhin bewirkt dann Verdi eine Fokussierung auf die Konservativen Werte der Erziehung und Betreuung im besten und liebevollsten Umfeld, nämlich der Familie.
    KEIN STREIK GEGEN UNSERE KINDER!!!

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  • 24. Mai 2015 um 14:46
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    @Frau Molkentin: die vielen Kommentare hier zeigen auf, dass es viele Eltern gibt, die diesen Streik anders sehen. Ihre Meinung haben Sie ja sehr gut dargestellt und ausführlich verteidigt. Nun ist es aber doch so, Sie hier als Bundeselternvertretung mandatiert sind und entsprechend dem Wortsinn die „Eltern vertreten“. Ich respektiere Ihre Sichtweise der Dinge, sehe aber dringenden Bedarf, dass Sie auch direkt Betroffene Eltern verstehen und sich für sie einsetzen. Erklären Sie bitte betroffenen Eltern, die ihren Job verloren haben (diese Fälle gibt es offenbar schon), dass dieser Grad der Solidarität erforderlich ist, erläutern Sie Doppelverdienern, die auf beide Gehälter angewiesen sind, welchen Vorteil die Familie davon hat, wenn der Streik über einen so langen Zeitraum knallhart durchgezogen wird. Und schieben Sie dabei nicht nur den Arbeitgebern die Schuld zu, hier sitzen 2 Parteien am Tisch und beiden sind Kinder und Familien maximal egal.WIR BRAUCHEN EINE KURZFRISTIGE LÖSUNG Und kein dogmatisches Phrasendreschen und verharren in fundamentalen Positionen. Sie haben doch Kontakte in die Politik – setzen Sie diese bitte zum Wohle der Kinder ein.

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  • 25. Mai 2015 um 10:00
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    Ergänzung:
    am Ende wird es zu folgender Situation kommen: die Erzieherinnen bekommen die „Anerkennung“ durch höhere Vergütungen und Eingruppierungen. Die Wertschätzung werden sie aber verspielt haben, insbesondere bei den Eltern. Entsprechend schlecht wird die Stimmung und die Zusammenarbeit in den KiTas sein. Die meisten Eltern sind wütend und entgegen der Hoffnung der Gewerkschaften sehen die Eltern die Schuld auch bei den Streikenden. Wer seine Berufsethik und Verantwortungsgefühl so hoch aufhängt verliert nach drei Wochen Streik die Glaubwürdigkeit. Spannungen zwischen Eltern und Erzieherinnen müssen vermieden werden, da ansonsten die Kinder wieder die Leidtragenden sind. Da hilft es nicht, wenn die Politik, allen voran die Familienministerin sich Weg ducken und wegschauen. Deutschland ist so besch… Kinderfeindlich geworden, das ist eine Schande!

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  • 25. Mai 2015 um 14:11
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    Die letzten Einträge sind toll. Hoffentlich nimmt sich das diese Elternvertretung mal zu Herzen und geht auch mit Verdi und den Streikenden in eine Kontroverse.

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  • 25. Mai 2015 um 15:25
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    Zum Thema Wertschätzung möchte ich noch hinzufügen, dass ich unseren Erziehern mit jedem Tag, an dem ich meine kleine Tochter in die Krippe gebe, ein hohes Maß an Vertrauen und Wertschätzung entgegenbringe. Ich bin eine sehr engagierte Mama in unserer Krippengruppe, aber mittlerweile sind mein Verständnis und meine Solidarität aufgebracht und ich befürchte, die Solidarität vieler anderer Eltern auch. Die vorhandene Wertschätzung kippelt stark. Besonders vor dem Hintergrund, dass Angebote von der Arbeitgeberseite in Höhe von 5 Prozent (!!!) durch Verdi als „nicht verhandelbar“ abgetan werden. So eine Gehaltssteigerung ist in der freien Wirtschaft gar nicht denkbar!
    Wir haben keine Unterstützung a la Oma und Opa vor Ort, mit der wir auch nur zwei Woche hätten überbrücken können. Ich lasse für die Betreuung meiner Tochter mein Studium und meinen Job schlichtweg ruhen und muss im Anschluss doppelt so hart lernen. Achso, Geld verdiene ich auch keines zur Zeit. Ausgaben wie Kita- und Studiengebühren laufen natürlich weiter. Aber selbstverständlich haben wir vollstes Verständnis für die Forderungen der Erzieher, liebes Bevki-Team – nein, großes Kopfschütteln.

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  • 26. Mai 2015 um 21:16
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    Liebes BEVKI Team,
    Es scheint doch so, dass Sie ehr Ihre persönliche Meinung hier darstellen und nicht die der Eltern. Zumindest zeigt dieser gesamte Blog, dass es eine klare Gegenposition seitens der Eltern gibt. Wenn man betroffen ist, sieht man das auch nicht durch eine vorgefärbte Brille.
    Wie wäre es denn, wenn Sie mal darüber nachdenken die Pro-Streik und Pro-Verdi Tendenzen etwas aufzulösen und auch die negative Seite des Herumreitens auf dem Grundrecht Streik darstellen. Hier muss an beide Seiten appelliert werden, nur dies kann im Sinne der Kinder sein! Es gäbe auch die Möglichkeit, an beide Parteien eine Petition zu richten. „Jede Stimme hilft den Kita Streik schnell zu beenden. Wenn alle Eltern und Freunde der 2,6 Million Kinder in Kitas und Kindertagespflegestellen diese Petition unterstützen, haben wir gemeinsam eine millionenschwere Kraft die“ beiden „Verhandlungspartner endlich zu konstruktiven Verhandlungen zu zwingen“ (zitiert, mit einer kleinen Anpassung, aus Ihrem Aufruf). Eine solche Petition wäre doch ausgewogener und wesentlich freier von einseitigen Schuldzuweisungen. Das wäre ein echt guter Ansatz, die Eltern zu vertreten.. Hierfür schonmal vorlag voelen Dank!

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    • 1. Juni 2015 um 14:36
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      Lieber Streikbetroffener,

      die Bundeselternvertretung hat auf ihrer Zusammenkunft in Gotha eine Gründungserklärung verabschiedet, derer sich die Mitglieder verpflichtet fühlen. Darin sprechen wir uns u.a. für ein Fachkräftegebot aus, für eine Abschaffung des Schulgeldes und eine bessere Bezahlung. Die jetzige Tarifauseinandersetzung hat zum Ziel, die Erzieher_innen besser zu entlohnen. Den Weg dieser Tarifauseinandersetzung beobachten wir genau und bewerten wir. Wir hätten eine bessere Entlohnung gern ohne Streik erreicht. Denn natürlich belastet dieser Streik vor allem uns Eltern, denen die Betreuung weggebrochen ist. Wir merken aber auch, dass viele es hinbekommen: durch nachsichtige Arbeitgeber_innen, durch Familie, durch Freunde, Netzwerke oder eben Notgruppen. Diese Notgruppen sind uns Eltern in diesem Streik sehr wichtig. Wir wünschen uns ein sozialraumgerechtes Notgruppenkonzept, am besten in jeder Kita. Wir appelieren in diesem Streik an beide Seiten. Bis letzten Donnerstag mussten wir aber stärker an den VKA appellieren, da diese Seite noch nicht einmal ein Angebot vorgelegt hatte. Seit Donnerstag gibt es ein Angebot. Und heute abend 18.00 Uhr gehen die Verhandlungen weiter. Wir sind gespannt, was heute dabei herauskommt und hoffen auf gute Signale. Denn die Eltern haben langsam die Nase voll von geschlossenen Kitas und Betreuungsproblemen. Wir wünschen uns heute abend: ernsthafte Verhandlungen, konstruktive Gespräche und Ergebnisse, die diesen Streik beenden.

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  • 2. Juni 2015 um 11:09
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    Vielen Dank für Ihre Antwort.
    Da das BEVKI besser informiert ist, als wir betroffene Eltern, bitte ich um Ihre Bewertung folgenden Sachverhalts: am 3.6. haben Gewerkschaften offenbar nicht zum Streik aufgerufen. Dieser Tag ist rein zufällig auch der Tag des Betriebsausfluges in vielen öffentlichen Verwaltungen und das Datum ist schon seit mehr als 6 Monaten bekannt. Ist dies nur ein dummer und unglücklicher Zufall oder wollen die Gewerkschaften hier nur verhindern, dass sich Streikende uns Arbeitgeber zu sehr entfremden und ermöglicht so die Teilnahme am Betriebsausflug? Oder gilt der Grundsatz „komm loss mol fiere“, wie man im Rheinland sagt.
    Onni seit que male i pense…

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    • 2. Juni 2015 um 14:21
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      Wir als Bundeselternvertretung erhalten in unseren Telefonschaltkonferenzen mit den Bundesländern, aus Zuschriften, Mails und Anrufen einen Überblick über Stimmung, Aktivitäten und Schwierigkeiten vor Ort. Aber auf die Ebene einer Kita gucken wir aus Zeitgründen nicht. Deswegen würde ich ihnen eher empfehlen mit dem Landeselterngremium in ihrem Bundesland – vermutlich Rheinland Pfalz – Kontakt aufzunehmen. http://www.lea-rlp.de

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  • 3. Juni 2015 um 3:30
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    Ich möchte Sie in Zukunft nicht mehr mit dem Lesen und freigeben von Beiträgen von wichtigen Partei- und gewerkschaftspolitischen Aufgaben abhalten und werde das tun, was die anderen Eltern auch offensichtlich schon getan haben: ich werden die BEVKI Seite von meiner Leseliste nehmen. Hier zu kommentieren ist sinnreich, dies hat ihre letzte Antwort gezeigt. „Wir kümmern uns nicht um das was auf KiTa Ebene passiert“. Ja, das stimmt absolut es kümmert Sie so rein garnicht, was in den Familaien abläuft, Hauptsache die gähne hochgehalten. Der 3.6. ist bundesweit ein BeTriebsausflugstag der Behörden, ihre ausweichende Antwort zeigt, dass Sie hierfür auch kein gute Antwort haben.
    Ich würde mich ja gerne für irgendetwas bei Ihnen bedanken – mir fällt nur leider nichts ein. Vielleicht schafft es dieser Artikel ja noch in die Freigabe, ich bin gespannt. Ich verabschiede mich mit dem Motto, das wir betroffene Eltern uns gegeben haben KEINSTREIKGEGENKINDER. Leser dieses Beitrages, die interessiert, was dahinter steckt, können das Wort um @t-online.de ergänzen und uns eine Mail schreiben.

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    • 3. Juni 2015 um 11:22
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      Das ist sehr schade. Wie gesagt, die Bundesländer halten den Kontakt vor Ort zu den Gewerkschaften und kommunalen Verantwortlichen. Der BEVKi ist in der Tat nicht involviert in die Streikausgestaltung vor Ort. Die BEVKi-Sprecher_innen, Landeselternvertreter_innen und Elternvertreter_innen in den Kitas sind mit der jeweiligen Situation vor Ort am besten betraut. Wir haben deutliche Kritik an der Streikführung, an den geringen Zahlen eingerichteter Notgruppen oder gar der dauerhaften Schließung einzelner weniger Kitas, wohingegen andere gar nicht bestreikt werden. Und diese Kritik geben wir auf der Bundesebene an die Verantwortlichen weiter. Wir merken, dass es viel Druck auf Eltern auch aufgrund der Streikführung gibt. Wir haben uns von Anfang an dafür eingesetzt, dass Notgruppen vor allem für Familien zur Verfügung stehen, die darauf dringend angewiesen sind. Das sind vor allem Alleinerziehende, Vollzeitpaare, Berufseinsteiger_innen, befristet Beschäftigte und Berufsrückkehrer_innen. Und besonders schwierig ist es für Familien mit besonderen Kindern. Wenn es diesen Betriebsausflug gibt und die Streikführung das in der Tat „berücksichtigt“ haben sollte, dann ist das nicht unglücklich gewählt, sondern schädlich für die Gesamtauseinandersetzung. Wir werden dem nachgehen.

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