Die Bundeselternvertretung ruft verdi und den Verband der Kommunalen Arbeitgeber zu ernsthaften Verhandlungen auf.

Die von den Gewerkschaften angedrohten Streiks werden von Eltern nicht weiter unterstützt. Kinder und Eltern haben sich eben erst von dem vierwöchigen Streik erholt. Urlaubstage sind aufgebraucht, das Verständnis von Kolleg_innen und Chefs sinkt und die Kinder brauchen verlässliche Strukturen und nicht den Dauerausnahmezustand.

Alle wissen, dass ein Kitastreik nicht die gleiche Macht hat, wie ein Pilotenstreik. Im Gegenteil: Die Arbeitgeber im Kita-Bereich lehnen sich entspannt zurück und genießen die Personaleinsparungen. Denn sie nehmen das Geld dankbar in ihre kommunalen Kassen. Die vier Wochen Streik haben gezeigt, nur wenige Kommunen erstatten Kitagebühren und Essensgelder.

„Weitere Kita-Streik sind unverantwortlich und nicht der richtige Weg.“ erklären die BEVKi-Sprecher_innen.

„Wir brauchen Lösungen und keine weiteren Drohungen. Es braucht eine Lösung für den Streik: ein Verhandlungsergebnis, das annehmbar ist und das Wort Aufwertung verdient.

Und es braucht eine politische Lösung, damit Kita endlich finanzierbar wird für Kommunen und Länder.

  • Wir brauchen mehr Geld im System, um die notwendige Aufwertung finanziell schultern zu können.

 

  • Wir brauchen mehr Geld, um für kleinere Gruppen und mehr Qualität sorgen zu können.

 

  • Wir brauchen mehr Geld, um die Elternzusatzsteuer – die Kitagebühren – abschaffen zu können.

 

  • Wir brauchen mehr Geld, um mehr Kitaplätze für mehr kleine Kinder schaffen zu können.

 

  • Wir brauchen mehr Geld, um eine alltagsintegrierte Sprachbildung, vor allem für die ankommenden Flüchtlingskinder, durchführen zu können.“

 

Verdi-Chef Bsirkse sprach nach der Ablehnung des Schlichterspruches durch die verdi-Mitglieder von unkonventionellen Mitteln des Arbeitskampfes, die jetzt nötig wären. Ein Streik ist ein konventionelles Mittel. Wir Eltern sind nach wie vor der Meinung, das Erzieher_innen mehr verdienen sollten, aber wir erwarten nun einen solidarischen Schulterschluss für mehr Geld und damit mehr Kita. Streik ist zum jetzigen Zeitpunkt das falsche Mittel.

Alle Fachkräfte, die mit uns gemeinsam in Politik und Gesellschaft für eine bessere Ausstattung der Kitas kämpfen wollen, rufen wir zu: Streikt nicht gegen die Eltern, sondern tretet ein in ein Bündnis für mehr Kita.

Bundeselternvertretung appelliert an beide Seiten: „Kommt erst raus, wenn ihr etwas erreicht habt!“
Markiert in:                                                

2 Gedanken zu „Bundeselternvertretung appelliert an beide Seiten: „Kommt erst raus, wenn ihr etwas erreicht habt!“

  • 26. September 2015 um 14:11
    Permalink

    Liebe Mit-Elternvertreter,

    grundsätzlich bin ich ja eurer Auffassung das ein Streik zu Lasten der Kinder geht. Allerdings möchte ich als erstes Feststellen, dass es kein Kita-Streik ist! Es ist ein Streik des Bereiches Sozial- und Erziehungsdienstes SuE, das ist weit mehr als nur Kitas! Ihr unterstützt aber mit eurer Veröffentlichung die eingeschränkte mediale Sichtweise. Daher bitte abändern.

    Grundsätzlich seit ihr für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen, aber es soll nicht wehtun. Das geht nach dem Motto: wasch mich, aber mach mich nicht nass. Es ist leider für die Arbeitnehmer die einzige Möglichkeit ihren Unmut zur aktuellen Situation kundzutun. Auf andere Ansprachen haben die Entscheidungsträger bisher nicht reagiert.

    Viele Grüße

    Dirk Heitmann
    Vorsitzender Stadtelternrat der Kitas Cuxhaven
    Diplom-Pädagoge
    Mitglied der Bundestarifkommission Weiterbildung ver.di

    Antworten
  • 27. September 2015 um 3:06
    Permalink

    Das Gehampel der VKA und auch von Bsirske macht deutlich, dass es alles nur mit halber Kraft vorangetrieben wird. Ebenso wird klar, welchen Stellenwert unsere Kinder in Politik und Gesellschaft haben, nämlich keinen. Wenn an Kinder gedacht würde, wären längst kleinere Gruppen, bessere Personalschlüssel, Abschaffung der Kopfprämie( politisch Kindpauschale genannt), Auch wären U3 Kinder nicht in einer Gruppe von 14 3-6jährigen untergebracht. Ein junges Kind braucht andere Dinge, als die älteren Kinder. Wohlweislich wird auch vergessen, dass die Ausbildung der Erzieher über 30 ganz anders abgelaufen ist, als es heute teilweise erforderlich ist.
    Ich komme mir manchmal vor, wie eine Mehrlingsmutter, der der Bildungsauftrag abhanden gekommen ist, da die pflegerischen Dinge viel zu sehr fokussiert werden. KIBIZ in NRW ist der grösste Unsinn, den sich unwissende Politiker ausbgedacht haben. Rüttgers hat damals geglaubt, dass die Eltern nur die geringste Stundenzahl buchen, damit Personalkosten eingespart werden können und der Erzieherberuf ne Halbtagsgeschichte wird. Ich zeige ihm eine lange Nase. Schade, dass man sich mit so vielen unwichtigen Dingen beschäftigen muss, als mit den wirklich relevanten Aufgaben.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.